Flysurfer Infinity 2.0 Bar
Mit dem Unity bringt Flysurfer eine neue Bar, die auf dem Markt durchaus eine besondere Rolle einnimmt. Ein wirklich geniales Produkt mit vielen tollen Funktionen. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, die Bar einem eigenen Test zu unterziehen.
Infinity QR 2.0
Ich erinnere mich an zwei Probleme, die es über die Jahre mit der Core Lösung gab. Dass Flysurfer das besser kann, war eigentlich schon klar. Der Weg war weit und die Testphase war ausgiebig. Ich (und viele andere Händler und Importeure auf dem gesamten Planeten) selbst durfte seit letztem Winter einen Prototypen des Quickreleases testen. Und bereits da war das Produkt sehr ausgereift. Doch finde ich es hier löblich, Langzeittests zu machen, auch wenn das in der Kitebranche wohl eher unüblich ist. Vom Aufbau mag es vielleicht zunächst an das Core Teil erinnern, aber wer genau hinsieht, merkt, dass die Teile gar nicht mal so viel gemeinsam haben. Der Chickenloop endet schon einmal nicht in einem Metallteil, sondern in einer Schlaufe, die wohl nirgends hängen bleiben kann. Es handelt sich wieder um ein komplett rotierendes System, doch anstatt irgendwelcher Kugellager, von denen ich ohnehin beim Kiten nur wenig halte, kommt ein Gleitlager zum Einsatz. Geringste Auslösekräfte, bisher keine einzige Fehlauslösung, leicht, kompakt, leichtgängig, gut zu greifen ... Der Chickendick ist nun ganz steif und mit einem Gummiband am Chickenloop befestigt. Der Chickenstick -wie Flysurfer ihn nennt- lässt sich tatsächlich äußerst leicht bedienen, selbst wenn es kalt ist. Meines erachtens besser als alle bisherigen Lösungen, die ich so kenne.
Für Unhooked-Freunde wird ein kleines Stück Leine mitgeliefert, mit dem man sich ein auslösbares Suicide-System einrichten kann. Sieht zwar etwas "gebastelt aus" funktioniert aber bestens. Dazu gibt es die Variante eines größeren Loops (wer will, wir mögen den kleinen lieber). Auch schön, dass nach dem Aushaken der Loop nicht rumbaumelt.
Die Bar
Der Barholm sowie die Winder ähneln der vorherigen Variante. Die Winder wirken sehr gut, da sie innen einen runden Übergang zur Bar haben. Eine Größenverstellung ist möglich, jedoch nutzen wir diese nie (auch nicht für 6er North Kites). Der Belag ist OK, wenn auch nichts wirklich außergewöhnliches. Der wirkliche Hammer ist allerdings die Öse. Die Tampen sind hintereinander angeordnet und auch nicht annähernd so weit entfernt voneinander wie bisher. Die Öse ist sehr gut gerundet und nach unten hin schön breit. Sie soll die Lebensdauer des Tampen deutlich verlängern, was sich für uns natürlich noch nicht beurteilen lässt.
Adjuster & Co.
Der Gurtbandadjuster von Flysurfer wurde etwas überarbeitet und deutlich besser beschriftet. Funktionieren tut er nach wie vor bestens, aber er ist schon ziemlich weit oben. (Anm: Ich würde mir für meine Armlänge den Depowertampen immer kürzen und dafür die Leine zwischen Adjuster und Frontlines entsprechend verlängern.) Es gibt endlich auch bei Flysurfer einen verschiebbaren Stopper, der sich mit der Bar aber nur schwer wegdrücken lässt. Das ist etwas Geschmacksache, sonst ist damit aber alles super.
Bedienung
Die beste Nachricht zuerst: Man merkt dieser Bar so gut wie nicht an, dass es sich wirklich um ein komplett ausdrehendes System handelt! Die Tampen sind sehr dicht beieinander und es ist nahezu unmöglich, einen Finger dazwischen zu bekommen. Dazu ist sie superleichtgängig, leichtgängiger als manch nicht ausdrehendes System. Wenn man dann die verdrehten Tampen lösen will, funktionierte das immer noch deutlich leichter als beim aktuellen System.
Fazit
Die Infinity 2.0 Bar gehört in Sachen Bars zu unseren Favoriten. Sie ist leichtgängig, bietet viele Funktionen und ist trotzdem übersichtlich. Einziger kleiner Kritikpunkte ist die Länge des Depowerweges (lässt sich aber kürzen). Das Quickrelease überzeugt neben dem, dass es hervorragend funktioniert und wir noch keine einzige Schwachstelle finden oder provozieren konnten auch durch die kompakte Bauart. Gerade bei den modernen High-Depower-Kites ein Faktor den die meisten deutlich zu kurz kommen lassen. Dann noch ein sicherer Suicidemodus und der Chickenstick ... Gute Arbeit.
Es wird ein vorraussichtlich ein Upgrade für alle Flysurfer Piloten rauskommen. Preis steht noch nicht fest, wer möchte kann sich auf unserer Interessentenliste eintragen und wird dann unverbindlich informiert. Einfach Mail an: info [at] boardway [dot] org
Die Hauptbesonderheiten in Stichpunkten:
- Größenverstellung
- Voll ausdrehend
- Kompaktes, leichtes QR
- geringe Auslösekräfte
- hohe Zuverlässigkeit
- Chickendick statt Chickenstick
- Leichtgängig
- Auslösbarer Suicide Modus
- Verschiebbarer Stopper






